Es ist kein Zufall, dass die deutsche Sprache den Begriff „juristische Person“ kennt. Laut Wikipedia ist „eine juristische Person eine Personenvereinigung oder eine Vermögensmasse, die aufgrund gesetzlicher Anerkennung rechtsfähig ist, d. h. selbst Träger von Rechten und Pflichten sein kann, dabei aber keine natürliche Person ist.“ Sprachlich ist somit einen Bezug zu natürlichen Personen hergestellt.
Es ist für alle demokratisch gesinnten, natürlichen Personen selbstverständlich, dass jedes Mitglied einer staatlichen Gemeinschaft soziale Verantwortung trägt, wobei Gesetze und Moral zusammen die Norm bestimmen. Gesetze gelten auch für juristische Personen, doch wie verhält es sich mit der Moral? Darf ein Unternehmen alles tun, was Gewinn bringt und nicht illegal ist?
Aktuelle Gründe für diese Überlegungen liefern Investment Banken am laufenden Band. Insofern als Investment Banker zunehmend mit Derivaten Wetten abschließen ist ein Vergleich mit einem Casino zulässig. Bei Casinos können die „Anleger“ Geld gewinnen oder verlieren, das weiß jeder Teilnehmer. Jeder Teilnehmer weiß, dass das Casino in der Regel mit einem sicheren Gewinn rechnen kann. Das ist nicht anrüchig, die Spielregeln sind bekannt und werden vom Staat überwacht. Investment-Banken haben wesentlich größere Handlungsmöglichkeiten, die auch genutzt werden. Investment Banken nehmen nicht nur Wetten an, sie wetten selbst. Bei Bedarf leihen diese Banken den Anlegern Geld, um weiter wetten zu können, die Spekulationsblase wächst. Für ein Casino wäre das (glücklicherweise) nicht möglich.
Die Frage ist, warum haben Investment-Banken diese Freiräume? Sind unsere Politiker den Druck der Finanzbranche unterlegen? Die CRM-Frage lautet: im Interesse welcher Kundenkreis handeln die Banken? Vielleicht nur für sich?
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